Archiv

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der GenealogeEs gibt historische Hilfswissenschaften, die einem ohne großes Nachdenken in den Sinn kommen: Diplomatik, Sphragistik, Numismatik, Paläographie und so. Es gibt aber auch solche, die man schnell vergisst. Dazu gehört auch die Genealogie. Als Hobby für alte Herren, die in ihrer Familiengeschichte herum suchen, abgetan, hat die Genealogie ein Image, das eher so mittel ist.

Völlig zu unrecht! Warum zu unrecht zeigt der Podcast @derGenealoge von Timo Kracke aka @genkracke.
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Die Form des Haikus eignet sich hervorragend fürs Twittern, denn die Zeichenvorgabe von 140 ist kein Problem. Die kurze und prägnante lyrische Form bietet eine wunderbare Möglichkeit zuzuspitzen. Ich selbst schreibe gern #archivkaiku s. Ich bekomme auch gelegentlich gute Resonanz. Zweifelsohne ist nicht jedes von ihnen ein Geniestreich.

Zwar schreiben nun auch @archivfridex und @zeutschelgmbh #archivhaiku s, aber in der Breite wurde es noch nicht aufgegriffen. Wobei ich hier das #archivhaiku von @matrofaier nicht unter den Tisch fallen lassen möchte. Allerdings erfuhr das #archivhaiku auch Abwandlungen. So schrieb @planetinspace eine ganze Reihe von zauberhaften #archivgedicht en und von @RegistrarTrekDE stammen viele schöne #museumhaiku s (interessanterweise finden sich recht viele ältere englische #museumhaiku s).

Daher sei nun verkündet: Der 9. Mai ist der erste Haiku-Tag für Archive, Museen und Bibliotheken (Hashtag: #armubi14). Schreibt einfach #archivhaiku s oder #museumhaiku s oder #bibliothekshaiku s und twittert sie mit dem entsprechenden Haiku-Hashtag und dem Hashtag #armubi14.

Ob Arbeitsalltag oder Besonderheit, alles ist gern gelesen. Noch nie in einem Archiv gewesen? Egal! Was assoziierst du mit Archiven? Wie laufen die Ausstellungsvorbereitungen im Museum? Welches Gefühl bricht sich in euch Bahn, wenn ihr den Geruch „eurer“ Bibliothek Einatmet?

Die Haikus werden natürlich gesammelt und im Anschluss präsentiert. Ich freue mich schon sehr auf Eure Haikus.

Zur Blogparade von @siwiarchiv möchte ich auch einen kurzen Blogpost beitragen. Warum Archive bloggen sollten, darauf gibt es sicherlich viele Antworten und ich bin zuversichtlich, dass diese im Zuge der Blogparade auch zur Sprache kommen. Hier möchte ich einen Aspekt herausziehen und betrachten.

Das starre Archiv

Oft begegnet mir die Annahme, dass in Archive ja eigentlich nichts geschehe. Leider viel zu oft werden Archive als eine statische Ansammlung alten Papiers angesehen, dass von den dort arbeitenden Archivaren gelesen wird, um daraus z.B. Publikationen zur Lokalgeschichte zu stricken. Vor diesem Hintergrund ist das mangelnde Interesse an Archiven durchaus verständlich. Ebenso eine gewisse Verständnislosigkeit gegenüber der Archivarbeit.

Ich bin der festen Überzeugung, dass die falsche Annahme, Archive seien starre Gebilde, einer der Grundpfeiler mangelnder Wertschätzung für die archivarische Arbeit ist. Warum soll ich mich dafür interessieren, was im Archiv passiert? Warum sollte Archivarbeit als wichtig erachtet werden? Warum sollte man Archiven Ressourcen zugestehen? Ja warum eigentlich, wenn dort eh nichts passiert?

Das dynamische Archiv

Wenn dem wirklich so wäre, dann würden wir Archivare uns von einer eintönigen Arbeitswoche zur nächsten hangeln. Anfragen beantworten, Nutzer koordinieren, Nutzer betreuen, Ausstellungen konzipieren und durchführen, Kooperationen in die Wege leiten, Unterstützung bei der Schriftgutverwaltung, Übernahme und Bewertung, Verzeichnung, Bestandserhaltung, Digitalisierungsprojekte, Fragen der digitalen Archivierung, Archivpädagogik, Publizieren… die Liste ließe sich noch eine Weile fortführen. Es passiert genug und es gibt genug zu tun im Archiv. Das brauche ich hier gar nicht ausmalen.

Das kommunikative Archiv

Eine transparente Kommunikation via Blog ist in der Lage diese Dynamik abzubilden. Durch die Darstellung facettenreicher Tätigkeiten im konkreten Einzelfall wird archivarisches Handeln nachvollziehbar, ja verständlich. Es wird klar, was dort im Archiv eigentlich vor sich geht und warum.

Wird beispielsweise ein Künstlernachlass in das Archiv übernommen, so ist das doch mal ein Blogpost wert. In solchen Fällen kommt die inhaltliche Ebene hinzu. Die konkrete Übernahme bietet die Möglichkeit – mit einer entsprechenden Kontextualisierung – darzulegen welches für den Archivsprengel relevante Kulturgut durch das Archiv erhalten und zugänglich gemacht wird. Eine erneute Meldung über die abgeschlossene Verzeichnung bietet zusätzlich die Möglichkeit explizit zur Nutzung des neuerschlossenen Bestandes einzuladen. Dies nur mal als Beispiel.

Fazit

Archive sollten über ihre Arbeit bloggen. Über aktuelle Projekte und deren Verlauf, über aktuelle Übernahmen, über erschlossene Bestände, über besondere Archivalien. Sie sollten dies tun, um eine höhere Aufmerksamkeit und vor allem um ein höheres Verständnis für ihre Arbeit und ihre Anliegen zu erzielen. Wie sollten sie bloggen? Kurz, präzise, transparent, regelmäßig und gesprächsoffen.

Man kennt das ja, ne? Man sitzt so im Bus herum, kein Buch dabei, niemand vor Ort, der seltsam genug zum Anstarren aussieht. Man könnte dann einfach so da sitzen und raus gucken und fahren.
Ich nicht. Aus einer von mir noch nicht weiter untersuchten Verfasstheit heraus begann ich das Nachsinnen. Und wie ich so sann, kam mir ein Büchlein in den Sinn, das ich mir vor langer Zeit mal gewünscht habe und das mich ehrlich gesagt nie so richtig losgelassen. Eigentlich wollte ich dem guten König Ubu ein #archivhaiku widmen. „Puh, ‚König Ubu‘, das sind ja auch schon wieder vier Silben.“, dachte ich mir. Vier Silben, ich mein‘, das is ’ne Menge. Da könnte ich gleich „Münzfernsprecher“ oder „Gehwegplatte“ nehmen. Jedoch, glücklicherweise ist in meinem Kopf noch einiges an Platz (einer der wenigen Vorteile, wenn man sein Gehirn nicht mit Petitessen belästigt). Schon eine Weile wohnt dort die Idee ein bisschen auszuprobieren, was man mit Twitter noch so alles anstellen kann.

König Ubu – Twitter – Archiv.

Was liegt da näher als ein Theaterstück für Twitter? So schnell kann das gehen mit den fixen Ideen. So, und nun sitz ich da. Nicht mehr im Bus, sondern zu Hause. Möge die Arbeit beginnen. Über Fortschritte, Rückschläge, Umsetzungsideen (gibt’s das Wort?) werde ich hier bloggen. Über Anregungen freue ich mich natürlich immer.

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