Fakten und Probleme I: Warum twitter?

Für mich stellt sich nun zunächst die Frage nach der Umsetzung. Wie lässt sich ein Theaterstück auf twitter umsetzen? Welche Möglichkeiten bietet twitter, die sonst nicht gegeben sind? Welche Anforderungen muss so ein Stück eigentlich erfüllen? Und: Welche „Probleme“ müssen gelöst werden? Stück für Stück möchte ich einige der daraus resultierenden Punkte abarbeiten. Dieser Blogartikel soll somit der erste in der Reihe werden.

Es trifft sich sehr, dass Christian Gries (@cogries) heute diesen Tweet abgesetzt hat:

Warum twitter?

Ein Stück zu schreiben ist die eine Sache. Doch Veröffentlichung und Umsetzung stehen auf einem anderen Blatt. Es muss sich ja erst jemand sagen: „Gutes Stück, das will ich auf die Bühne bringen.“ Alternativ kann man sich natürlich auch Leute zusammensuchen und schauen, ob man irgendwo Räumlichkeiten für Proben und Aufführung auftreiben kann. Der Aufwand ist hier jedoch nicht zu unterschätzen.

Ein Stück in Form von Microblogging auf twitter aufzuführen umgeht diese Problematik. Natürlich geht auch viel verloren. Ein Theaterbesuch ist so viel mehr, als „nur gucken“. Der Kartenkauf, die Vorfreude, die einzigartige Atmosphäre in einem Theater, der Moment, wenn sich der Vorhang hebt und das erste Bühnengeschehen einen aus allem Vorangegangenem herauszieht. All das gibt es nur im Theater. Man braucht sich nur mal ein abgefilmtes Theaterstück im Fernsehen anzuschauen, um festzustellen: Es ist anders. Ganz anders.

Auch die Darbietung wird in dem Medium twitter natürlich beschnitten. Gestik, Mimik, alles, was über die Stimme transportiert werden kann. Weg. twitter bietet das geschriebene Wort, das durch Emoticons und dergleichen verziert werden kann. Das Theaterstück wird auf seine Textform zurückgeworfen. Ein Text, in Passagen von maximal 140 Zeichen zerschnitten und häppchenweise in eine Timeline gebracht, in der all diese Passagen neben #catcontent, #GroKo und Justin Bieber um Beachtung kämpfen müssen. Um eine längere Handlung hier nachverfolgen zu können, wird es wohl nicht ganz vermeidbar sein, in der Timeline auch mal zurückzuscrollen. Man blättert ein paar Seiten um Buch nach hinten.

Warum also so umständlich? Blog auf, Theaterstück rein, fertig. Lesen ließe es sich in einem „gewöhnlichen“ Blog doch allemal besser. Aber lesen ist eben nur ein Teil. Die Kernidee ist ja die Aufführung und dabei twitter gleichsam als Bühne zu benutzen. Damit die fixe Idee nicht schon jetzt zu all meinen anderen fixen Ideen auf den Verworfen-Stapel kommt, muss ich das nutzen, was twitterspezifisch ist.

Doch was ist das? Aus meiner Sicht sind die für dieses Vorhaben entscheidenden Punkte:

  • Einbettung von Medien wie Fotos und Videos
  • Kommunikation (keiner kann Accounts leiden, die nur Content rauspusten und zu interagieren)
  • Kürze
  • Teil des Alltages
  • Ortsunabhängig

Vom ersten Punkt einmal abgesehen, sind dies genau die Punkte, die das Ganze für mich so reizvoll machen. Die Frage, die ich mir nun beantworten muss, ist also: Wie bringt man die Formen eines Theaterstücks und die von twitter zusammen? Dabei ist für mich selbst spannend, was bei raus kommt. Dazu dann das nächste mal.

 

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2 Kommentare
  1. Feinfeinfein, ich bin mal gespannt. Grundsätzlich solltest Du vielleicht auch mal darüber sinnieren was ein Lesedrama ausmacht. Die cross-medialen Möglichkeiten und systembedingten Einschränkungen von Twitter wären IMHO erst der nächste Schritt.

  2. Vielen Dank für den Kommentar und die Anregung. Werd das mal in meinem Herzen bewegen.

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